Über Shimano Nexus und Alfine Komponenten

Version vom 17. Juni 2019, 16:18 Uhr von Bikegeissel (Diskussion | Beiträge) (Quelle: Fertig)
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Hattest Du jemals ein klassisches Dreigang-Fahrrad?

  • Erinnerst Du Dich wie leicht, es zu schalten war, selbst wenn man an einer Ampel angehalten hat?
  • Erinnerst Du Dich, wie wartungsarm sie waren?
  • Erinnerst Du Dich, dass die Kette nie abgefallen ist?
  • Erinnerst Du Dich wie wetterfest sie waren?
  • Erinnerst Du Dich an den Komfort?

Aber

  • Du erinnerst Dich vermutlich an die enge Gangspreizung und die großen Sprünge zwischen den Gängen.
  • Du erinnerst Dich vermutlich an die Lücke zwischen den Gängen, in denen die Füße keinen Widerstand spürten und sich frei bewegen konnten.
  • Du erinnerst Dich vermutlich an das hohe Gewicht dieser Fahrräder komplett aus Stahl.
  • Wie schlecht die Bremsen im Regen funktionierten?


Schnittbild einer Nexus Nabe

Das Gute ohne das Schlechte!

Die Shimano Nexusgruppe kombiniert die besten Eigenschaften klassischer Dreigang Naben und eliminiert die schlechtesten Eigenschaften Dank des Einsatzes von modernen Materialien und Technologien.

Nexus beschreibt eine familie von Teilen. Die aufregendsten Bauteiel sind jedoch die Nabenschaltungen. Aktuell sind Drei, Sieben, Acht- und Elfgang Varianten verfügbar. Die hochwertigeren Acht- und Elfgang Modelle sind aus der Alfine Serie und haben Rollengesperre, um Rollwiderstand und Sperrklinkengeräusche zu reduzieren.

Die ersten dieser neuen Serie waren die Siebengang-Modelle. Diese lassen sich vorzugsweise gut mit den 1970er Zehn-Gang Kettenschaltungen vergleichen. Die Acht- und Elfgang-Modelle haben eine größere Bandbreite an Übersetzungen.

Schaltungssystem Bandbreite Gänge
Alfine Elfgang 409% 11, gleichmäßige Abstufung,
mit größerem ersten Schritt
Nexus/Alfine Achtgang 307% 8, zumeist gleiche Abstufung
Nexus Siebengang 245% 7, gleichmäßige Abstufung
1970er 10 Gang 247% 8 nutzbare, ungleichmäßige Abstufung
Nexus Viergang 184% 4 Gleichmäßige Abstufung
(nicht mehr erhältlich)
Nexus Dreigang 186% 3, man kann sie immer noch kaufen...
Klassische Dreigang 178% 3, breite Spreizung

Zu Details der Übersetzjngsabstufungen von Nexus- und Alfine-Naben schaue bitte auf der Seite von Sheldon Brown im On-line Gear Calculator for Internally-Geared Hubs (englisch) nach.

Andere Eigenschaften der Nexusnaben

Nexus Nabenschaltungssysteme haben wetterfeste Bremsensysteme. Es gibt sie in zwei Formen, jedoch nicht für alle Gangzahlen:

Beide Systeme sind gute Hinteradbremssysteme, die auch bei Regen oder Schneee so gut wie an einem sonnigen Frühlingsnachmittag funktionieren.

Es gibt auch eine Rollerbrake für vorne, die jedoch in Sheldon Browns einer klassischen Cantilever-Bremse unterlegen ist. Daher hätte er nicht zu einer Nexus Vorderradbremse geraten.

Die hochwertigen Alfine Naben habe das Shimano Centerlock System zur Aufnahme der proprietären Bremsscheiben von Shimano.

Siehe auch

Umbauten existierender Fahrräder

Manchmal ist es möglich, ein existierendes Fahrrad auf den Einsatz einer Nexusnabe umzurüsten.

Sheldon Brown besaß ein sehr schönes 1970er Raleigh Competition Rennrad, das er auf eine Nexus Siebengang-Nabe umgerüstet hat.

Sheldon Browns Nexus Raleigh Competition
Sheldon Browns Nexus Raleigh Competition

Das funktionierte so einwandfrei, dass er direkt auch sein frühes 70er Jahre Raleigh International auf Nexus Achtgang-Nabe umrüstete. Sheldon Brown mochte die Acht-Gang-Variante sogar noch mehr als die Sieben-Gang Variante.

Sheldon Browns Nexus Raleigh International
Sheldon Browns Nexus Raleigh International

Idealerweise haben Rahmen für Nexus Systeme horizontale Ausfallenden. Rahmen mit vertikalen Ausfallenden bieten keine Möglichkeit, die Kettenspannung einzustellen. Daher muss man einen Kettenspanner oder ein (altes) Schaltwerk montieren, um die Kettenspannung zu regulieren.

Wenn das Fahrrad vertikale Ausfallenden hat, benötigt man zudem einen speziellen Satz Sicherungsscheiben für vertikale Ausfallenden. Anderenfalls ist die Zugführung nicht korrekt.

Ideale Rahmen haben eine Einbaubreite von 127 bis 135 mm, damit eine der Nexusnaben passt. Ältere Fahrräder haben typischerweise schmalere Einbaubreiten. Bei Stahlrahmen können die Ausfallenden auf die notwendige Breite aufgebogen werden, Ein guter Fahrradmechaniker kann das erledigen oder man macht es gleich selbst.

Wenn man die Rollerbrake ® weglässt kann man die Nexusnabe sogar in Rahmen mit 124 mm Einbauweite einbauen. Das hat Sheldon Brown bei den beiden Nexusumbauten gemacht. Die Rollerbrake ® ist ein separates Modul, das erst nach dem Einspeichen des Laufrads montiert wird, da dieses sonst die Speichenlöcher des Nabenflanschs verdecken würde.

Siehe auch

Siehe auch

Quelle

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel The Shimano Nexus and Alfine Components von der Website Sheldon Browns. Originalautor des Artikels ist Sheldon Brown.