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Kettenlinie

Version vom 23. Dezember 2010, 06:41 Uhr von Bikegeissel (Diskussion | Beiträge) (weihnachtlicher typo)

Die Kettenlinie bestimmt wie geradlinig die Kette zwischen dem vorderen Kettenblatt und dem hinteren Ritzel verläuft. Idealerweise befinden sich Kettenblatt und Ritzel in einer Ebene, so dass die Kette keine Seitwärtsbewegung banötigt und keine Verwindungskräfte auf die Kette wirken. Das ist die perfekte Kettenlinie.

Bei Fahrrädern mit Kettenschaltung ist die Kettenlinie in den meisten Gängen nicht perfekt. Je schräger die Kette verläuft, desto ineffizienter arbeitet der Antriebsstrang.

Die korrekte Kettenlinie beim Schaltungsrad ist eine Frage der Sichtweise und hängt vom Einsatzzweck des Fahrrads ab. Es gibt zwei einfache Aspekte, die bei der ordentlichen Einstellung der Kettenlinie zu beachten sind:

  1. Das mittlere Kettenblatt sollte mit dem mittleren Ritzel in einer Linie stehen. Bei Zweifach-Kurbelgarnituren die Mitte zwischen den beiden Blättern.
  2. Aus sicht der Hersteller hängt die Kettenlinie vom Durchmesser des Sitzrohrs ab, wo der Umwerfer montiert wird. Bei größeren Durchmessern ragt der Umwerfer weiter nach rechts. Daher möchten die Hersteller die Kettenlinie weiter rechts sehen. Dabei hat man die Schaltperformance im Blick, die natürlich optimal sein soll. Die Umwerfer haben eine oiptimale Kettenliunie, die von der Außenkante des Sitzrohrs abhängt. Das trifft vor allem bei Fahrrädern mit indiziertem Schalten zu.
    Aus Sicht des Fahrers ist die Kettenlinie vom Einsatzzweck abhängig. So sind zum Beispiel beim Mountainbike und Rennrad folgende Aspekte wichtig:
  • Bei einem Dreifachkurbelsatz beim Rennrad benutzt man meistens die beiden äußeren Kettenblätter. Das kleinste Kettenblatt wird äußerst selten und dann auch fast nur in Kombination mit dem größten Ritzel eingesetzt. Daher möchte man die Kurbeln (und damit die Kettenlinie) weiter innen haben. Das unterstützt die Einsetzbarkeit des großen Kettenblatts.
  • Beim Mountainbike wird das kleine Kettenblatt häufiger eingesetzt und wird meist auch mit einigen Ritzeln in Kombination benutzt, um nicht beim Umwerfer (vorne) unter Last schalten zu müssen. Daher ist hier eine weiter Außen liegende Kettenlinie bevorzugt.

Messen der Kettenlinie

Kettenlinie vorne bestimmen
Kettenlinie hinten erreicht

Die Kettenlinie wird von der Mittellinie des Rahmens bis zur Mitte der Kette gemessen.

Mit einer Schieblehre kann man die vordere Kettenlinie ganz leicht messen. Halte die Lehre an das Sitzrohr (s. Bild rechts) und miss bis zur Mitte des Kettenblatts (bei einfachem Kettenblatt). Bei Dreifachkurbelsatz misst Du bis zur Mitte des mittleren Kettenblatts und bei Zweifachsatz in die Mitte zwischen den Kettenblättern. Nun ziehst Du noch die Hälfte des Sitzrohrdurchmessers (entweder Messen oder in der Spezifikation Deines Fahrrads ablesen) ab und hast als Ergebnis die einzustellende Kettenlinie.

Die zu erreichende hintere Kettenlinie bestimmt man am einfachsten, indem man die Breite der Nabe bestimmt (Messen oder Spezifikation) und durch zwei teilt. Davon zieht man die Kettenlinie des Kettenblatts (s. oben) ab und weiß nun, wie weit das Ritzel (bzw. die Mitte des Ritzelpakets) von der Innenseite des Ausfallendes entfernt sein muss, damit man die ideale Kettenlinie hat.

Beispiel
Vordere Kettenlinie ist mit 47 mm bestimmt. Die Achsbreite hinten ist 126 mm (altes Rennradmaß). Geteilt durch zwei ergibt 63 mm. Davon ziehen wir die 47 mm der vorderen Kettenlinie ab und erhalten 16 mm. Diese 16 mm sind der Abstand zwischen Mitte des Ritzels (bzw. Ritzelpakets) und der Innenseite des Ausfallendes, die erreicht werden müssen.


Will man allerdings nur bestimmen, wie die hintere Kettenlnie eingestellt ist, nehme man die Nabenbreite, teile diese durch zwei und ziehe davon den Abstand zwischen Innenseite des Ausfallendes und der Mitte des Ritzels (bzw. Ritzelpakets) ab.

Siehe auch

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Quellen

Dieser Artikel basiert auf dem Glossar von der Website Sheldon Browns. Der Originalautor des Artikels ist Sheldon Brown.