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Übersetzung aus der Werbebroschüre Sturmey-Archer 50 Jahre Marktführer von 1952:

1952: Sturmey-Archer 50 Jahre Marktführer - Seite 5

Die Sturmey-Archer Geschichte

Im Sommer des Jahres 1887 beugte sich ein sonnengebräunter, schwitzender Engländer tief über sein ungeschaltetes Fahrrad, während er sich auf der Jagd nach körperlicher Ertüchtigung auf der hügeligen Straße von St. Geours nach Bayonne - im Hügelvorland der Pyrenäen des südwestlichen Frankreichs - quälte. Von Zeit zu Zeit musste er absteigen als zum Ende seines 30 km Ritts die Route immer hügeliger wurde. Er wanderte mit seiner Maschine alle fünf bis 6 Kilometer. Der Name des Engländers war Frank Bowden. Abwechselnd segnete er während seines Ritts gründlich sein Fahrrad, das ihn so schnell half, seinen Körper wieder zu ertüchtigen, der nach 15 Jahren im schwächenden Klima des fernen Ostens erschlafft war, und verfluchte ausführlich die Hügel. Aus diesen zwei Emotionen heraus wurden die raliegh Cycly Company und die Sturmey-Archer Gangschaltungen erschaffen.

Zwei-Gang-Schaltungen

Bald nach der Entdeckung der vorteilhaften Effekte des Fahrradfahrens, erwarb Bowden einen finanzielle Beteiligung an einer kleinen Fahrradwerkstatt in der Raleigh Street in Nottingham, die später in die Raleigh Cycle Company umgeformt wurde. Er sah die Möglichkeiten des Fahrrads vorher. Jedoch hatte er immer seine Hügelausflüge in Frankreich im Hinterkopf und wußte um die Wünsche nach einer variablen Schaltung an der Maschine, die dabei helfen sollte, mit den Gradienten des Fahrradfahrens zurechtzukommen. Nur so konnte das Fahrradfahren eine verbreitete Freizeitbeschäftigung werden, die nicht nur als Spielzeug für Gesundheits- und Fitnesssüchtige war.

Alles, was die Hersteller bisher zu bieten hatten, war die Zuhilfenahme eines abnehmbaren Kettenblatts, das in der Werkstatt an der Raleigh Street hergestellt wurde. Bowden nutzte seine vielen Besuche in der Fahrradindustrie zu seinem Vorteil aus und erkundete vorher die Streckenverläufe jeder Route und wählte das insgesamt passendste Kettenblatt. Das war, wie er wusste, noch nicht die Lösung und als man ihm 1889 die erste variable Zwei-Gang-Schaltung - die "Collier" - vorstellte, begann er enthusiastisch mit der ausführlichen Erprobung. Er gab es auf, weil seine höchste Übersetzung 80 (Gear Inch Anm. d. Übersetzers) nicht hoch genug war im Verhältnis zur 71, die er sonst fuhr, um einen echten Vorteil bergab oder im Windschatten zu erreichen. Auch die kleinste Übersetzung der Collier war mit 62 nicht gut genug, um einen steilen Hügel zu erklettern. Das galt insbesondere bei schlechten Untergrundbedingungen, die zur damaligen Zeit üblich waren.

Er war gleichsam unenthusiastisch wegen der "Eadie" Zwei-Gang-Nabe, die 1899 vorgestellt wurde, weil er meinte, dass ihre Spreizung zu hoch und bei schlechten Untergrundbedingungen ähnlich ungeeeignet war.

Mr. Sturmey betritt die Bühne

Bowden blieb konstant auf der Suche nach einer besseren Lösung und im folgenden Jahr erhielt er Besuch von einem Mr. Henry Sturmey, der behauptete, das Problem gelöst zu haben. Sturmey war ein Schulrektor aus Somerset und ein Journalist, der grundlegendes technisches Wissen hatte. Er hatte mit einem Londoner Fahrradhändler, Mr. Arthur Pellant, eine Drei-Gang-Schaltung entwickelt. Obwohl diese recht plump war, wurde sie von Bowden als sehr praktisch angesehen.

Um die selbe Zeit herum wurde Bowden mit James Archer bekannt gemacht, der eine ähnlich gestaltete Drei-Gang-Schaltung erfunden hatte. Bowden realisierte die starken kommerziellen Möglichkeiten der Kombination der beiden Erfindungen und 1902 wurde die erste Sturmey-Archer Drei-Gang-Nabe auf den Markt gebracht.

Die Raleigh Fabrik erhielt eine neue Abteilung, der Archer vorstand, um die Schwierigkeiten mit den Zähnen zu lösen und um diese erste Drei-Gang-Schaltung einer empfänglichen Fahrrad-Öffentlichkeit anzubieten.

Die erste Drei-Gang-Nabe hatte ein einzelnes epizyklisches Räderwerk mit konstant verzahnten Zahnrädern und war nicht in einer Eisengusshülle sondern in einer Hülle aus gezogenem Stahl untergebracht. Die Schaltung hatte eine Bandbreite von 25 in den hohen und 20% in den unteren Gang und wurde im Raleigh Katalog als "die wichtigste Neuerscheinung von 1903" betitelt.

Diese neue Einheit was einzigartig, weil sie in allen Gängen einen Freilauf hatte. Der Nachteiel der Zwei-Gang-Nabe war neben der erwähnten unpassenden Übersetzungen die Tatsache, dass der kleinere Gang fixed war und dem Fahrer so den Luxus eines Freilaufs nur im höheren Gang gewährte.

Eine Schaltung für eine Guinee

Dieses starke Sturmey-Archer Team wurde durch weitere Fahrradexperten verstärkt. Insbesondere Mr. William Reilly, der früher schon eine Zwei-Gang-Nabenschaltung erfand, und Mr. G.P. Mills, der bei Raleigh Werksleiter und einer der größten Fahrrad-Rennfahrer seiner Zeit war. Aus dieser Kombination kamen in den nächsten Jahren ein konstanter Fluss an neuen Patenten und Modifikationen, die in der berühmten "X"-Nabe mündeten. In diese Periode fiel die von Mill erfundene Lenkrad- statt der üblichen Querstangenschaltung, die ein sichereres Reisen bei unebenen und hügeligen Untergründen ermöglichte. Diese Idee kam Mills während einer vierzehntägigen Reise durch grauenhaftes Gebiet in Schottland.

Die Beliebtheit der neuen Schaltungen stieg rasant. Erhöhte Produktionszahlen brachten die Preise herunter von den ursprünglichen £3 3s (3 britische Pfund und 3 britische Schilling Anm. des Übersetzers) auf £1 1s und das neue "X" Modell brachte es auf 100.000 produzierte Einheiten im Jahr 1913.

Eine weitere beliebte Entwicklung war die Kombination aus Drei-Gang-Schaltung und Rücktrittbremse. Diese wurde zuerst um Jahr 1908 mit dem sogenannten "Tri Coaster" hergestellt. Diese Kombination wurde viele Jahre lang von Sturmey-Archer exklusiv hergestellt und obwohl die Produktion zwei Jahrzehnte unterbrochen wurde, konnte in diesem Jubiläumsjahr die neue und verbesserte Version als "TCW" wieder eingeführt werden.

Die "K" Nabe kam im Jahr 1918 zu Tage. Ihr Design war einfacher und leichter als das ihrer Vorgänger und sie hatte immer noch das einzelne Räderwerk und die ständig verzahnten Zahnräder der "X" Einheit. Diese neue Nabe hatte eine Übersetzungsänderung von 33 1/3 nach oben und 25% nach unten gegenüber dem normalen Gang.

1922 kam die neue Eingang-Rücktrittbremsen-Nabe "CC" auf den Markt. Gleichzeitig wurden Verbesserungen am "Tri Coaster" - der "KC" - in Form von Staub- und Wasserdichtigkeit gemacht.

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Quelle

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sturmey-Archer-50 Years of Leadership - page 5 von der Website Sheldon Browns. Originalautor des Artikels ist Sheldon Brown.