Besonderheiten des Pinion Getriebes

Aus WikiPedalia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Beim Kauf eines Rads mit einem Getriebe von Pinion, insbesondere aber beim Aufbau eines Rads auf Basis eines Rahmens mit Getriebe sind konstruktionsbedingt ein paar Besonderheiten zu berücksichtigen. Die nachfolgenden Empfehlungen wurden auf Basis der Erfahrungen früher Pinion-Besitzer zusammengestellt.

Der richtige Rahmen

Das Pinion Getriebe sitzt im Tretlager des Rahmens und benötigt eine genormte Aufnahme mit sechs Schrauben. Es kann also nicht an herkömmlichen Rahmen nachgerüstet werden. Als OEM-Bauteil kann es ausschließlich in Verbindung mit einem dafür vorbereiteten Rahmen erworben werden. Auf der Webseite des Herstellers ist eine Übersicht der Hersteller zu finden, die Räder oder Rahmen mit dem Getriebe liefern. Für nahezu jeden Einsatzzweck finden sich Rahmen auf dem Markt. Reiseräder, Trekkingräder, Liegeräder und Mountainbikes. Bei Mountainbikes reicht die Bandbreite von Cross Country bis zum Endurobike. Als Materialien finden sich die üblichen Werkstoffe Stahl, Aluminium, Titan und Carbon.

Welches Pinion-Getriebe?

Pinion bietet inzwischen zwei verschiedene Serien mit jeweils unterschiedlicher Anzahl und Abstufungen an. Generell bietet sich das 18-Gang Getriebe eher für Reise- oder Tourenräder sowie für tourenorientierte Mountainbiker an. Dieses Getriebe verfügt über eine sehr große Bandbreite und bietet eine sehr enge Abstufung an, sodass bei langen Fahrten bergauf oder gegen den Wind eher eine effiziente Übersetzung gefunden werden kann. Für andere Mountainbikes - etwa für den Einsatz bei Marathons oder für abfahrtsorientierte Trail-Liebhaber - ist es als überdimensioniert einzustufen. Die sechs-, neun- und zwölf-fach Versionen weisen eine größere Gangabstufungen auf und bieten eine geringere Gesamtübersetzung. Die Zwölf-Gang Versionen bieten dabei den besten Kompromiss aus Gewicht, Abstufung und Bandbreite.

Der Sekundärantrieb

Der Primärantrieb ist beim Pinion Getriebe in der Einheit im Tretlager enthalten. Die sechs bis 18 Gänge übersetzen in einer nicht änderbaren Abstufung. Beim Aufbau des Rads muss man sich ein paar Gedanken über die Sekundärübersetzung machen, also das Übersetzungsverhältnis zwischen Kettenblatt am Tretlager und Ritzel an der Nabe.

Es gilt zwei Dinge optimal einzustellen, um die gewünschte Endübersetzung zu erreichen.

Zunächst spielt der gedachte Einsatzbereich des Rads aber insbesondere auch der Laufraddurchmesser eine Rolle. Je größer das Laufrad, desto mehr muss der Sekundärantrieb untersetzt sein. Pinion bietet hier einen Übersetzungsrechner an. Zur Orientierung kann man beispielsweise die Übersetzungsbandbreite der Kettenschaltung an einem bekannten Rad mit dem Ritzelrechner zum Vergleich heranziehen. Als Maßstab sollte die Entfaltung herangezogen werden, um eventuell unterschiedliche Laufradgrößen berücksichtigen zu können.

Sowohl am Getriebe als auch an der Nabe bietet Pinion Zahnkränze mit einer direkten Aufnahme an. Mit 24 und 30 bzw. 21 und 26 ist die Auswahl limitiert. Eine Standardübersetzung für 26 Zoll MTBs lässt sich damit nur mit 30/26 kombinieren. Wer beispielsweise eine kürzere Übersetzung haben möchte, findet mit diesen Zahnkränzen keine Lösung. Mehr Flexibilität bieten sogenannte Spider für Getriebe und Nabe, die jeweils herkömmliche Kettenblätter mit vier Löchern und Lochkreis 104mm aufnehmen. Ab 30 Zähnen aufwärts hat man hierüber ausreichend Kombinationsmöglichkeiten, auch für größere Laufräder sinnvolle (Berg)Übersetzungen zu finden. Dafür muss man jedoch ein geringes Mehrgewicht und eine weniger "cleane" Optik in Kauf nehmen.

An ungefederten Rahmen (Hardtail) ist der Sekundärantrieb darüber hinaus so zu wählen, dass die Kette nicht zu lang ist, damit sie durch die am Rahmen vorgesehene Spannvorrichtung auch gespannt werden kann. Zu kurz darf sie aber auch nicht sein. Das Zauberwort heißt Magic Gear. Mit Hilfe von FixMeUp! kann man recht komfortabel prüfen, ob die angestrebte Kombination aus Kettenblatt und Ritzel im Rahmen montierbar ist.

Kette oder Riemen?

An dieser Stelle wird auf eine Gegenüberstellung der jeweiligen Vor- und Nachteile verzichtet. Bezüglich des Pinion-Antriebs sei lediglich vermerkt, dass für die Getriebeseiten lediglich eine Riemenscheibe mit 32 Zähnen verfügbar ist. Im Vergleich zum Antrieb mit Kette gibt es weniger Kombinationsmöglichkeiten und die Übersetzungen fallen länger aus. Die ebenfalls limitierte Auswahl an Längen des Antriebsriemens schränkt die am Rahmen fahrbaren Kombinationen nochmals ein.

Die passende Nabe

In der Getriebe-Box ist ein eigener Freilauf enthalten. Die Verwendung einer Nabe ohne Freilauf (fixed gear) ist dennoch nicht möglich. Da folglich auch die Nabe einen Freilauf haben muss, summieren sich die Winkel, in denen die beiden Freiläufe greifen mehr oder minder auf. Man tritt vergleichbar häufiger und weiter ins Leere, bevor der Freilauf wieder greift. Besonders auf dem MTB im technischen Gelände ist das nicht erwünscht. Deswegen wird die Verwendung von Naben empfohlen, die mit 60 oder mehr Rastpunkten aufwarten können.

Da nur ein Ritzel zum Einsatz kommt, braucht man die Breite eines normalen Kassettenfreilaufs nicht. Das bietet die Möglichkeit, Naben mit einem größeren Flanschabstand zu verwenden, um die Speichen auf der Antriebsseite weniger steil - im optimalen Fall symmetrisch mit der anderen Seite - einzuspeichen. Trial-Naben mit einer Kassette für bis zu sechs Ritzel sowie Singlespeed-Naben in Verbindung mit einem feinverzahnten Freilauf bieten sich an.

Siehe auch