Tandems - Details und Technikzeugs

Diese Seite ist ein Begleitartikel zum Grundlagenartikel über Tandems und gibt tiefergehende Informationen und technische Details wieder, die im Grundlagenartikel nur angedeutet werden.

Phase

Die meisten Tandems sind so aufgebaut, dass sich die Kurbeln "in Phase" befinden, so dass die Pedale vom Kapitän und Heizer sich immer zur gleichen Zeit hoch und herunter bewegen. Wenn man diese Bedingung hergestellt hat, spricht man davon, dass die Kurbeln sich "in Phase" befinden.

Manche Tandemfahrer experimentieren mit unterschiedlichen Phasen der Kurbeln. Eine Alternative ist es, die Kurbeln um 90° zu versetzen, so dass eine Kurbel senkrecht nach oben zeigt, während die andere Kurbel genau waagerecht steht. Das soll eine gleichmäßigere Kraftverteilung erzeugen. Hierbei spricht man von einer Situation, bei der die Kurbeln zum "90° aus der Phase" sind. Wenn die Kurbel des Kapitäns zu 90° vor derjenigen des Heizers verläuft, ist sie zu 90° führend.

In Phase Aus der Phase
Beide Fahrer bewegen sich gleich und haben ein stärkeres Teamgefühl. Die Fahrer bewegen sich unterschiedlich, da sich jeder in einem anderen Teil der Kraftausübung befindet.
Das Fahrgefühl bei langsamen Geschwindigkeiten ist besser. Der Pilot sollte immer berücksichtigen, wie die Bedale des Heizers ausgerichtet sind.
Das Risiko, beim Kurvenfahren mit einemk Pedal den Boden zu berühren, ist deutlich verringert, weil sich beide Kurbeln im Kurveninneren nach oben zeigen. Die Kraftübertragung ist sehr gleichmäßig, weil der Totpunkt der einen Kurbel gleichzeitig von der vollen Kraftentfaltung der anderen Kurbel ausgeglichen wird.
Die Kraftübertragung findet puslierend statt. Wenn beide Kurbel vertikal stehen, kann nur wenig Kraft ausgeübt werden. das kann dazu führen , dass bei steilen Anstiegen das Tandem stehen bleibt. Diese Art der Kraftbertragung kann bei steilen Anstiegen helfen und reduziert die Belastung auf einige Teile des [[Antriebsstrang]s, da nie beide Fahrer gleichzeitig volle Kraft in den Antrieb absetzen können.
Im Stehen Fahren ist leichter, wenn sich beide Fahrer gleich bewegen.
Osman Isvan sagt dazu
Es gibt drei essentielle Wesen beim Tandemfahren:
Den Kapitän, den Heizer und die Seele.
Es ist die Seele, die die Kurbeln in Phase mag.

Kurbeln und Kadenz

Jedes Tandemteam muss sich auf kurz oder lang mit dem Thema Kadenz beschäftigen. Mit zunehmender Praxis und Geduld werden die meisten Paare auf einem Standardtandem ihren Weg finden. Manche Teams, bei denen die Beinlänge nicht übereinstimmt oder deren Pedalierstil komplett unterschiedlich ist, werden eine technische Unterstützung benötigen.

Unterschiedliche Kurbellängen

Die einfachste Art und Weise, unterschiedlichen Kadenzpräferenzen Rechnung zu tragen, ist die Montage unterschiedlich langer Kurbeln für Heizer und Pilot.

Im Allgemeinen gilt für jeden Fahrer, dass kürzere Kurbeln höhere Kadenzen erleichtern. Wenn man also dem Fahrer, der höhere Kadenzen bevorzugt mit längeren Kurbeln ausstattet, erzeugt das insgesamt niedrigere Kadenzen für den anderen Fahrer. Der Fahrer, der niederigere Kadenzen bevorzugt, wird mit kürzeren Kurbeln leichter mithalten können. Die verbreitetste Kurbellänge bei Tandem ist 170 mm. Wenn man herausfindet, dass man sehr unterschiedliche Kadenzpräferenzen hat, kann man dem Fahrer, der hohe Kadenzen bevorzugt, mit 175 mm Kurbeln ausstatten. Wenn das hilft, aber noch nicht genug ist, sollte der Fahrer, der Probleme mit schnellem Pedalieren hat, mit 165 mm Kurbeln ausgestattet werden.

Anmerkung: Natürlich ändert die Kurbellänge nicht direkt die Kadenz und beide Fahrer fahren trotzdem weiterhin mit der gleichen Kadenz. Jedoch animieren längere Kurbeln den Spinner, etwas langsamer zu kurbeln, und die kürzeren Kurbeln machen es leichter für den Stampfer, mitzuhalten.

Entkoppelte Gangschaltung und Freiläufe

Wie wäre es, jedem Fahrer seine eigenen Optionen zum Schalten in verschiedene Gänge als der andere Fahrer zu geben? Wie wäre es, beiden Fahrern die Option zu geben, unabhängig vom anderen Fahrer im Freilauf rollen zu lassen, während der andere weiter pedaliert?

Beide Optionen sind möglich und sind auch am Markt verfügbar. Jedoch funktioniert das nicht bei Standardtandems. Bei Tandems mit konventioneller Geometrie müssen sich die Pedale mit gleicher Geschwindigkeit bewegen. Sonst kommt irgendwann der Zeitpunkt, bei dem der Fuß das Kapitäns hinten ist, während der Fuß des Heizers nach vorne zeigt und sie sich berühren können.

Um entkoppelte Gangschaltung und Freiläufe zu ermöglichen, muss das Tandem einen größeren Abstand zwischen den Fahrern haben oder eine Liegeradgeometrie muss beteiligt sein.

Entkoppelte Gangschaltung und Freiläufe erhöhen die Komplexität und das Gewicht des Tandems. Jedoch profitieren manche Teams so stark davon, dass sich der Aufwand lohnt.

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Siehe auch

Quelle

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Tandem Bicycles-Details and Tech Stuff von der Website Sheldon Browns. Originalautor des Artikels ist Sheldon Brown.