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Kunstgriffe beim Messen

Version vom 5. Januar 2022, 12:23 Uhr von Bikegeissel (Diskussion | Beiträge) (→‎Quelle: Letzte Aktualisierung Anfang 2022)

Präzises Messen ist oft notwendig, wenn man sicher stellen möchte, dass Fahrradteile zueinander passen. Normalerweise werden solche Messungen mit speziellen Messinstrumenten durchgeführt, die man nicht unterwegs mit sich herum trägt. Meistens haben diese Instrumente genau einen Einsatzzweck und sich vergleichsweise teuer.

Sicherlich sollte man ein Maßband für größere Messungen besitzen, um Rahmenhöhe, Felgendurchmesser oder Abrollumfang messen zu können. Ein Lineal ist für viele Messungen ausreichend. Jedoch hat keines dieser Messinstrumente die Genauigkeit, die notwendig ist, um Fahrradkomponenten auf Kompatibilität zu prüfen.

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Exaktes Messen

Um die Aufgabe besser zu erstehen, schauen wir uns zuerst ein paar Messinstrumente an, die man normalerweise nicht mit sich führt und die man auch nicht in der heimischen Werkstatt hat, falls man Heimwerker ist. Die gute Nachricht ist, dass man oft gängiges Werkzeug oder Fahrradteile selbst benutzen kann, um die notwendigen Maße zu nehmen. Oft kann man zu Kunstgriffen greifen, um Zeit zu sparen. In diesem Artikel werden einige dieser Techniken erläutert. Am Ende des Artikels folgt eine Liste mit anderen Artikeln, die sich im weitesten Sinne mit Messungen beschäftigen.

Messschieber

Der Messschieber ist ein vielseitiges und sehr präzises Messwerkzeug für Innen-, Außen- und Tiefenmessungen. Die nützlichsten haben eine Digitalanzeige, die zwischen Zollmaß und metrischem Maß per Knopfdruck umgeschaltet werden kann. Normalerweise nimmt man einen Messschieber nicht auf dem Fahrrad mit. Es gibt allerdings andere Wege die notwendigen Maße am Fahrrad zu nehmen.

Gewindelehre

Die Gewindelehre mit sägezahnbestückten Fühlern ist für Mechaniker oder Automechaniker wichtig. Sie ist für den Gebrauch am Fahrrad eigentlich zu vielseitig und dadurch viel zu teuer. Das im Bild gezeigte Werkzeug hat zwei Taschen. In der einen Tasche sind Fühler für ISO (metrische) Gewindemaße und in der zweiten Tasche sind Fühler für SAE (zollbasierte) Maße - jedoch nur wenige verschiedene Größen. In diesem Artikel wird gezeigt, wie man andere Fahrradteile benutzen kann, um Gewindemaße zu prüfen.

Stein Sattelrohr-Innenmaßlehre

Der Innendurchmesser der meisten Fahrradteile, bei denen präzise Passform benötigt wird, ist mit wenigen Variationen standardisiert. Beim Sattelrohr jedoch ist der Außendurchmesser standardisiert aber die Innenmaße sind es nicht.

Diese Werkzeuge der Firma Stein können für ein schnelles Maßnehmen des Sattelrohrinnendurchmessers genommen werden. Auch kann das Innenmaß eines Gabelkonus bestimmt werden. Man kann mit ihnen auch einen Außendurchmesser bestimmen, indem man sie mit einem Engländer benutzt. In einer Fahrradwerkstatt machen sie sich schnell bezahlt, aber für den persönlichen Gebrauch sind sie zu schwer und zu teuer.

Weniger bequem kann ein Messschieber die gleichen Maße bestimmen. Wenn man weder die Stein Instrumente noch einen Messschieber zur Hand hat, kann man die Maße einer alten und einer Ersatzsattelstütze vergleichen. Dieses Vorgehen wird im Artikel beschrieben.

Außenmaßbestimmung mit einem Schlüssel

Maulschlüssel können zum direkten Messen von Außenmaßen mittels Ihrer eigenen Größe benutzt werden. Obwohl die meisten Muttern und Schrauben bei Fahrrädern metrisches Maß haben, sind viele Standarddimensionen von Fahrradteilen in Zoll angegeben. Daher können zollbasierte Schlüssel zum direkten Messen verwendet werden, die leider in Europa schwer erhältlich sind.

Ein Engländer kann jedoch nicht zum direkten Messen verwendet werden. Man kann jedoch zwei teile mit ihm direkt präzise vergleichen. Zumeist ist es auch das, was man öfter benötigt. Für die meisten solcher Vergleichsmessungen benötigt man einen 10 Zoll Engländer, der sich mehr als 1 Zoll (2,54 cm) öffnen lässt. Man sollte sowieso einen solchen in seiner Werkstatt haben, wenn man mal wieder auf eine Vorbauschraube mit ungewöhnlichem Maß trifft.

Schraubzwingen können ebenfalls zum Vergleich zweier Bauteile herangezogen werden, indem man die Spannarme so weit zusammenschraubt, dass das eine Bauteil gerade noch so herausziehbar ist.

Vierkantaufnahmen von Innenlagerwellen

Ein 13 mm (bzw. 1/2 Zoll) Maulschlüssel kann zum Vergleich der Vierkantaufnahme einer Innenlagerwelle benutzt werden. Schiebe den Schlüssel auf die Vierkantaufnahme bis es nicht mehr weiter geht. So erkennt man direkt wie weit der Schlüssel sich aufschieben lässt (s. Bilder). Die linke Welle ist eine Sugino MW-70 - sehr wahrscheinlich eine NJS Welle, vergleichbar mit eine älteren Campagnolo Welle. Die rechte Welle ist eine JIS (Japan Industrial Standard) Welle.

Ein Engländer kann dazu benutzt werden, zwei Wellen zu vergleichen, kann jedoch nicht zum Bestimmen von NJS oder JIS Wellen benutzt werden. Beim Vergleichen sollte man mit dem Daumen nach der ersten Messung das Verstellen des Schlüssels blockieren.

Andere Kurbelwellenmaße

Die Lagersitze von Wellen einiger Patronenlager unterschieden sich leicht in ihrem Durchmesser und können mit einem Engländer verglichen werden. Das gleiche gilt für Wellen mit Splintbefestigung. Französische Wellen mit Splintbefestigung haben einen Durchmesser von 15,5 mm (0,610 Zoll) und die meisten anderen Modelle 15,88 mm (0,625 Zoll) - das liegt zu nah beieinander, um mit bloßem Auge erkennbar zu sein. Wenn man einen Schlüssel zum Vergleich benutzt, wird es offensichtlich.

Die Passgenauigkeit von klassischen Konusinnenlagern kann mit Einsatz von ein wenig Fett geprüft werden. Das wird im Artikel Fragen zu Gewinden und Austauschbarkeiten bei älteren Raleigh Fahrrädern beschrieben.

Sattelstützen

Wenn man eine Sattelstütze tauscht, die so verkratzt ist, dass man den Durchmesser nicht mehr ablesen kann, kann man einen Engländer nehmen und Maß nehmen und mit der Ersatzstütze vergleichen.

Falls man die Stein Sattelrohr-Innenmaßlehre zur Hand hat, kann man mit einem Engländer nun das Maß ablesen. Gleiches wäre mit einem Messschieber möglich. Möglicherweise hat man aber beides nicht.

Außendurchmesser von Rohren

Man kann die Unterschiede zwischen einem französischen Steuerrohr (25,0 mm ) und einem britischen/ISO/italienischen Steuerrohr (25,4 mm) mit einem Engländer feststellen. Genauso geht das mit den Gabelkonusunterschieden. Auch kann man einen französischen Stahlrahmen (26mm Oberrohr, 28mm Sitzrohr und Unterrohr) von einem britischen oder italienischen (25,4 mm Oberrohr, 26,8 mm Sitzrohr und Unterrohr) unterscheiden. Ein französischer Gabelschaft kann an seiner Gewindesteigung identifiziert werden (siehe auch weiter unten).

Lenker- und Vorbaudurchmesser

Die meisten lenker haben in der Mitte einen größeren Durchmesser und verjüngen sich zu den Enden hin. Standardgrößen findet man in der Tabelle über Lenkerklemmmaße. Die meisten Größen sind geläufige Zollmaße und können (wenn vorhanden) mit einem zollbasierten Schlüssel geprüft werden.

Das gängigste Lenkerklemmmaß ist 1 Zoll (25,4 mm), das auch dem Maß eines normalen britischen oder italienischen Gabelschafts entspricht. Man kann das also Vorbaumaß prüfen, indem man den Vorbau auf den Gabelschaft aufschiebt. Das geht schneller als den Vorbau mit dem Dropbar zu verschrauben. Auch könnte man sich ein Stück eines Oberrohrs eines defekten Stahlrahmens heraus sägen und bereit legen.

Das Lenkerklemmmaß für veraltete französische Lenker ist 25,0 mm und wird sich nicht über den Gabelschaft schieben lassen. Es gibt drei verschiedene italienische Größen, die etwas mehr als 1 Zoll messen, die dann sehr lose passen. Hier sollte man die Marken des Vorbaus und des Lenkers vor dem Zusammenbau prüfen. Der Vorbau sollte sich leicht über den Lenker schieben lassen bis er festgeschraubt wird.

Verbreitete Maße für Lenkerenden sind 22,2 mm (7/8 Zoll) für flache und 23,8 mm (15/16 Zoll) für Dropbar-Lenker. Das gilt auch für alle italienischen Lenkermodelle. Die meisten Schalthebel für Nabenschaltungen und Drehgriffschalter passen ausschließlich bei flachen Lenkern. Einen Schalthebel überschieben hilft meistens den Durchmesser des Lenkerendes zu bestimmen. 22.2. mm ist gleichzeitig auch der Außendurchmesser eines Vorbauschafts (Vorbau für Gewindesteuersätze). So kann man also das Lenkerende in einen 1 Zoll Gabelschaft für Gewindesteuersätze einführen, um das Lenkerendemaß zu bestimmen.

Innere Maße

Um Innenmaße zu nehmen gibt es weniger Möglichkeiten als beim Messen und Vergleichen von Außenmaßen. Spitzzangen können einen Messschieber ersetzen, wenn die Zange ein schwergängiges Gelenk hat, um die Messstellung stabil zu halten. Aber es gibt noch weitere nützliche Tricks.

Gabelkonus

Gabelkonen bei Fahrrädern gibt es in verschiedenen Innendurchmessern, die bei 26,4 mm beginnen. Manche Größen sind so beieinander, dass man sie mit bloßem Auge oder evtl. sogar bei der Montage nicht unterscheiden kann. Wenn man eine Sattelrohr-Innenmaßlehre zur Hand hat, kann man bis auf die größten Gabelkonen alle genau bemaßen. Falls man dieses Werkzeug nicht besitzt, kann man Sattelstützen mit lesbaren Maßangaben als Ersatz nehmen.

Sattelstützen gibt es in Abstufungen von 0,2 mm. Man benötigt sie nicht alle, um den Test an den Gabelkonen durchzuführen. Eine Sattelstütze, die 0,2 mm zu dünn ist, geht sehr locker durch den Gabelkonus und eine, die 0,2 mm zu dick ist, passt nicht durch den Konus. So weiß man schon direkt den gesuchten Durchmesser. Das einzige Problem bleibt, dass man nicht exakt die richtige Sattelstütze besitzt.

Steuerrohrschale

Steuerrohrschalen gibt es in den zwei gängigen Größen 30,0 mm und 30,2 mm. Diese Maße sind so nah beieinander, dass man sie mit dem bloßen Auge kaum auseinanderhalten kann und auch mit einem Lineal ist es schwer, sie richtig zu messen. Es ist hilfreich, sich ein altes 30,0 mm Schale aufzubewahren, um sie als Messinstrument zu benutzen. In einem Steuerrohr, dass für 30,2 mm hergestellt wurde, passt die alte Schale sehr locker und bei der anderen Variante wird es schwierig, die Schale überhaupt mit der Hand zu montieren.

Sattelrohr Innendurchmesser

Wenn man weder die Stein Sattelrohr-Innenmaßlehre noch einen Messschieber zur Hand hat, kann man das Maß bei einer nicht völlig verkratzen Sattelstütze am unteren Ende ablesen. Möglicherweise kann man die alte Sattelstütze mit in den Fahrradladen nehmen, in dem man seine Ersatzstütze kaufen möchte. Möglicherweise kann auch ein Blick in unsere Sattelstützenmaße-Liste helfen. Jedoch gibt es schon bei allen Herstellern so viele Unterschiede und die Liste ist sicherlich so unvollständig, dass man schon von Glück reden muss, wenn man hier das richtige Maß findet.

Bestimmte Sattelstützenmaße sind anderen Bauteilen gleich. 25,4 mm (1 Zoll) ist die gleiche Grö0ße wie bei vielen Steuerrohren. Jedoch gibt es auch hier inzwischen so viele Varianten, dass dieser Vergleich eher zufällig hilft.

Tretlagergewinde

Das Standardgewinde eines britischen/italienischen/ISO Freilaufs passt in das linke Gewinde eine britischen oder ISO Tretlagers (Italienisch oder französische Tretleger passen nicht). Das Gewinde von älteren Uniglide-kompatiblen Shimano Kassettenkörpern passen ebenso. Das kling etwas verrückt, aber man kann tatsächlich eine Hinterradnabe oder Kassettenkörper in das Tretlagergehäuse schrauben. Dieser Trick ist sehr hilfreich, weil Innenlagerschalen manchmal keine oder sehr obskure Markierungen haben (z.B. einen Pfeil ohne die Angabe, ob er die Löserichtung oder die Festziehrichtung angibt). Es ist leichter, eine Nabe in ein Tretlager zu schrauben als eine Innenlagerschale. Dadurch wird der Test schneller. Unsere Tabelle zu Innenlagermaßen für Gewindeinnenlager zeigt auf, was passiert, wenn man diese Test mit Naben unterschiedlicher Gewindemaße versucht. Damit kann man Gewinde, die nicht britisch/ISO sind, bestimmen. Man beachte, dass rechtsseitig gelegene britische/ISO, Raleigh und schweizwerische Innenlagergewinde Linksgewinde, jedoch französische und italienische Typen Rechtsgewinde haben. Das ist eine wichtige Hilfe zur Identifikation.

Tretlager ohne Gewinde

Es gibt viele verschiedene Bauformen und Dimensionen / Geometrische Maße. Die meisten Tretlager ohne Gewinde haben Patronenlager, so dass man entweder mit einem Messschieber messen muss, den Hersteller und das Modell identifizieren muss oder die Lager der Patrone kennen muss. Auf viele dieser Lager ist eine Modellnummer eingeprägt, die man im Handbuch oder dem Internet nachschlagen kann, um die Dimensionen nachzuschlagen. Möglicherweise hilft unsere [Innenlagermaße für Einpresslager (Tabelle)|Tabelle über Innenlagermaße für Einpresslager]], um Vergleiche anzustellen.

Kurbelabziehergewinde

Der Durchmesser eines Kurbelabziehergewindes einer alten TA Kurbel ist größer (23 mm) als für andere Kurbeln. Bei sehr alten (vor 1982) Stronglight Kurbeln ist er sogar noch größer (23,35 mm). Ein Standard-Kurbelabzieher wird in beiden Gewinden locker sein. Ein TA Abzieher wird sich in eine Stronglight Kurbel schrauben lassen, jedoch so lose sitzen, dass er beim Kurbelabziehen das Gewinde abreißen wird. Frühe Lambert-Kurbeln haben ein 7/8"x24 TPI Gewinde. Damit wird sich ein Standardabzieher mit einer 1mm (25,4 TPI) Gewindesteigung nicht einschrauben lassen.

Manche Campagnolo Kurbeln hatten Abziehergewinde in Linksrichtung, waren jedoch mit einer Kurbelabzieherschraube bestückt (Warum eigentlich Linksgewinde? Aus Gründen der Fertigungsökonomie! Die Kurbelschraube mit Rechtsgewinde kann die Staubkappe des Abziehergewindes (Linksgewinde) nicht herausschrauben - dies ist auch ein Problem bei anderen Staubkappen an Abziehergewinden mit Rechtsgewinde). Falls die Kurbel weder die Schraube noch die Staubkappe hat, benötigt man einen speziellen Campagnolo-Abzieher oder (Ächz!) einen mechanischen 3-Klauen-Abzieher, der auf der Rückseite der wertvollen italienischen Kurbel Spuren hinterlassen wird.

Es ist sehr unwahrscheinlich, einen Abzieher für eine Lambert-Kurbel zu finden. Hier ist die beste Wahl der mechanische Abzieher. Wenn man schon dabei ist, an einem Lambert zu arbeiten, sollte man auch gleich die Todesgabel ersetzen.

Kette

Um zwei Bauteile miteinander vergleichen zu können, benötigt man normalerweise zwei Messungen. Dies hat mehr Potenzial für Fehler als wenn man beide Teile direkt miteinander vergleicht. Dieser Ansatz kann gewählt werden, um den Verschleiß einer gebrauchten Kette sichtbar zu machen, indem man sie ausgestreckt neben eine neue Kette legt. Das funktioniert am besten, wenn das Fahrrad im Montageständer eingespannt ist und die Kette vertikal hängt. Dann braucht man nur eine neue Kette daneben zu hängen. Wenn die kette nicht am Fahrrad verbaut ist, kürzt man eine neue Kette, so dass sie der Länge der Gebrauchten entspricht und erhält so ein sehr deutliches Bild vom Verschleiß, ohne ein Messwerkzeug nutzen zu müssen (s. Bild links).

Gewinde

Gewindesteigung

Das übliche Werkzeug zum Messen der Gewindesteigung ist die Gewindelehre mit einem sägezahnartigen Fühler je Gewindesteigung. Es gibt nur wenige gebräuchliche Gewindesteigungen beim Fahrrad. Daher kann man Fahrradteile hernehmen, um Gewindesteigungen zu vergleichen.

Innenlagergewinde haben bei modernen Fahrrädern alle 24 TPI. Bei älteren Fahrrädern waren 26 TPI Raleighgewinde und 1mm (25,4 TPI) bei französischen Gewinden üblich. Nicht alle Innenlagerschalen tragen eine Markierung, die das Gewinde bezeichnen.

Es ist leicht die Gewinde von Innenlagerschalen zu vergleichen, indem man sie so nebeneinander hält, dass sie ineinander greifen. Wenn sie durchgängig ineinander greifen, dann haben sie die gleiche Gewindesteigung. Wenn sie jedoch auseinander laufen sind die Gewindesteigungen unterschiedlich. Sogar der minimale Unterschied zwischen einem Raleigh- und einem französischen Gewinde wird sofort offensichtlich, wie man im Bild rechts sehen kann. Man kann gut erkenne wie die Gewinde am unteren Ende ineinander greifen und weiter oben immer weiter auseinander laufen. Welche Schale hat das feinere Gewinde?

24 TPI ist außerdem die Standardgewindesteigung bei Freiläufen und Gabelschäften mit Gewinde. Man kann sie benutzen, um sie gegenseitig oder ein Innenlagergewinde zu vergleichen.

Die meisten Kurbeln und Pedale haben ein 9/16" x 20 TPI Gewinde. Älterer französischer Standard war 14 x 1,25 mm (20,32 TPI). Auf diese Weise könne also Pedale auch verglichen werden.

1 mm und 26 TPI Gewinde sind beide bei Nabenachsen üblich. Diese können auf die hier beschriebene Weise verglichen werden.

Links-/Rechtsgewinde

Bei außen liegenden Gewinden drehe oder rolle das Fahrradteil von Dir weg, genau so als ob sich die Räder das Fahrrad drehen. Wenn sich das Gewinde nach rechts zu bewegen scheint, handelt es sich um ein Rechtsgewinde. Wenn es sich nach links zu bewegen scheint, ist es ein Linksgewinde. Wenn man die Neigung des Gewindegangs erkennen kann und diese Neigung ist rechtsgerichtet zum Boden des Gewindes hin, dann ist es ein Rechtsgewinde und umgekehrt.

Kannst Du etwas Merkwürdiges bei den Pedalen im Bild unten erkennen?


Bei innen liegenden Gewinden sollte man im Kopf behalten, dass man auf die Rückseite des Gewindes blickt und die Neigung umgekehrt ist.

Gabelschaft und Vorbau

Bei einem Schaftvorbau gibt es nur wenige nah beieinander liegende Größen, welche sind 21,15 mm (zumeist bei BMX Fahrrädern), 22 mm (Französische, wird nicht mehr hergestellt) und die gängige Größe 22,2 mm (7/8 Zoll). Diese können alle mit einem 7/8 Zoll (22,2 mm) Maulschlüssel oder einer Gabel, von der man weiß, dass sie für 7/8 Zoll Schaftvorbauten ausgelegt ist, getestet werden. Dabei kann man jede 1 Zoll Gabel mit einem 24 TPI Gewinde nehmen. Der 22,2, Vorbau passt saugend genau. Der französische Vorbau wird lose sitzen und der BMX Vorbau wird wackeln. In eine französische Gabel oder einen Maulschlüssel nach metrischem System (22er) passt normalerweise kein Standardvorbauschaft. Sie sind jeweils ein ganz klein wenig zu schmal. Es gibt noch eine andere übliche Größe für Schaftvorbauten. Diese beträgt 1 Zoll (25,4 mm) für 1 1/8 Zoll Vorbauten.

Für gewindelose Steuersätze gibt es Gabelschäfte der Größen 1 Zoll (25,4 mm), 1 1/8 Zoll (28,6 mm), 1 1/4 Zoll (31,8 mm) und 1 1/2 Zoll (38,1 mm). Diese unterscheiden sich so deutlich, dass man sie leicht mit einem Lineal abmessen kann und sie so nur schwer zu verwechseln sind.

Schnelles zählen von Zähnen eines Kettenblatts oder Ritzels

Natürlich sollte man zuerst nachsehen, ob die Zähnezahl auf dem Bauteil eingeprägt ist. All zu oft ist sie es nicht.

Zwischen den Fingerspitzen balancieren

Wenn man ein Ritzel oder Kettenblatt horizontal zwischen den Spitzen der Zeigefinger seiner beiden Hände hält und man zwei Zähne findet, die sich direkt gegenüber liegen, lässt es sich ausbalancieren. Falls das Kettenblatt Steighilfen hat platziert man sie möglichst nahe der Fingerspitzen, um die Balance nicht zu stören. Wenn man die Balance herstellt (bzw. so nah wie möglich an der Balance ist), wird es bei gerade Anzahl von Zähnen stabil bleiben und bei ungerader Anzahl an Zähnen kippen. Nun zählt man beginnend am einem Zeigefinger die Zähne am oberen Rand entlang (der kürzere Weg, falls des Kettenblatt bei ungerade Zähnezahl gekippt ist) zu zählen bis zum letzten Zahn vor dem anderen Zeigefinger. Jetzt nimmt man diese Zahl mal zwei und addiert eins, falls das Kettenblatt eine ungerade Zahl an Zähnen hat.

Zähnedifferenzen addieren

Diese Technik ist vor allem bei Kassetten nützlich, um schnell die Zähne von 7-, 8-, 9-, 10-fach Ritzelpaketen (es werden gefühlt jedes Jahr mehr) zu zählen.

Zähle alle Zähne des kleinsten Ritzel. Das sollte leicht sein, weil es die wenigsten Zähne hat. Bei den restlichen Ritzeln zähle man, wie viele Zähne es zusätzlich gibt, in dem man prüft an wie vielen Stellen die Zähne des nächstgrößeren Ritzels in einer Linie mit Zähnen des kleineren Ritzels stehen, dessen Zähnezahl man gerade bestimmt hat. Bei einer Differenz von einem Ritzel, ist das genau ein Zahn, bei zwei Zähnen Differenz zwei Zähne auf sich gegenüberliegenden Seiten usw. bis hinauf zu sechs Zähnen bei einer Differenz von sechs Zähnen. Mehr als sechs Zähne Differenz wird man bei den meisten Kassetten nicht finden.

Im Bild hat das kleinste Ritzel zwölf Zähne. Die rot markierten Zähne zeigen die Stellen bei denen Zähne dieses Ritzel mit dem Nächstgrößeren in einer Linie stehen. Das Ritzel hat somit 14 Zähne. Die beiden grün markierten Zähne markieren die Stellen bei denen die Zähne dieses zweiten Ritzels mit denen des dritten Ritzels in einer Linie stehen. Das dritte Ritzel hat also 16 Zähne.

 
Kassette von der Seite betrachtet

So fährt man fort bei den restlichen Ritzeln der Kassette. SRAM macht es einem einfach zu prüfen, ob man richtig gezählt hat, indem das größte Ritzel entsprechend markiert wird. Übrigens ist es am lebenden Objekt einfacher, die Zähne zu zählen als auf dem Bildschirm anhand des Bildes, weil man die echte Kassette aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann und die Finger oder ein Werkzeug an einen Zahn halten kann, um nicht die Orientierung zu verlieren. John Allen gibt an, dass er innerhalb von weniger als einer Minute alle Zähnezahlen einer Kassette bestimmen kann.

Falls das größte Ritzel keine Markierung hat und ein Freilauf oder eine Kassette nicht montiert sind kann man die Zahl der Zähne das größte Ritzel genau so schnell bestimmen wie schon beim Kettenblatt (s. oben) beschrieben. So kann man seine Zählung noch einmal gegen prüfen.

Wenn man von der Seite auf eine Kassette schaut, kann man erkennen wie viel größer ein Ritzel gegenüber seinem Vorgänger ist. Die Ritzegrößenunterschiede ist für alle einzähnigen, zweizähnigen, usw. Unterschiede gleich. Auf dem Bild rechts erkennt man wie zwei, drei, vier und sechs Zähne unterschied zu bestimmten Winkeln führen, die mit der roten Linie sichtbar gemacht sind. Diese rote Linie ist jeweils mit den äußeren Enden der Zähne verbunden. Jetzt, da man weiß, dass das kleinste Ritze zwölf Zähne hat, kann man leicht die restlichen Ritzelgrößen bestimmen.

Passt der Schlauch?

 
Zwei Schläuche vergleichen

Wie kann man schnell testen, ob ein Schlauch in einen Reifen passt? Es gibt beispielsweise einen ISO 520 mm Reifen, der bei Fahrrädern eingesetzt wird und einen ISO 540 Reifen, der oft bei Rollstühlen zum Einsatz kommt. Beide sind mit der Größenangabe 24 x 1 1/8 Zoll versehen.

Einen Schlauch in den Reifen legen, ohne den Reifen zu montieren, kann helfen. Man sollte den Schlauch gerade so viel aufpumpen, dass er seinen Form hält. Er sollte vollständig in den Reifen passen. Auf dem Bild unten sieht man, dass der Schlauch für ISO 540 mm hergestellt wurde und nicht in den ISO 520 mm Reifen passt. Der Schlauch sollte auch gerade so über die Felge passen.

Beim Bild rechts sieht man wie man schnell prüfen kann, ob zwei Schläuche gleich sind. Der längere Schlauch ist ein ISO 540 mm und der kürzere Schlauch ein ISO 520 mm Schlauch. Hat man nur einen Schlauch zur Hand, sollte seine Länge in gestrecktem Zustand die Hälfte des Reifeninnenumfangs zuzüglich nicht mehr als die Hälfte der Reifenbreite betragen. Diese Umfänge finden sich auch in der Tabelle der Reifenmaße in diesem Wiki.

Der Durchmesser des nur leicht aufgepumpten Schlauchs sollte nur wenig kleiner sein als der Reifeninnendurchmesser. Anderenfalls wird er zu sehr gestreckt und kann pannenanfällig werden.

Länge eines aufgerollten Zugs

Um einen Zug oder eine Zughülle vernünftig zu messen, muss man diese nicht unbedingt auseinander wickeln. Wenn er aufgewickelt ist, ist seine Länge π (pi, ungefähr 3,14) x Durchmesser der Schlinge x die Zahl der vollständigen Windungen. Zähle die vollständigen Windungen (auf dem Bild rechts), addiere die Teilwindungen (links auf dem Bild) und die überstehenden Teilstücke hinzu. Messe den Durchmesser und rechne (mit einem Taschenrechner am Mobiltelefon kein Thema), oder verändere den Durchmesser so, dass es zu einem der Einträge (Tabelle unten) passt und lies das Ergebnis ab. Große Durchmesser sind für wenig biegsame Zughüllen.

Beim Bild rechts sieht man als Beispiel: 3,2 Zoll Durchmesser, 4,5 Windungen. Das macht etwa 45 Zoll. 3,5 Zoll stehen auf der einen Seite über, 4 Zoll auf der anderen. Insgesamt ist der Zug 52,5 Zoll lang. Wenn man nun ein paar Zoll abzieht, ist man auf der sicheren Seite. Auf metrisches Maß umgerechnet wären das: 8,2 cm Durchmesser, 4,5 Windungen. Das macht etwa 116 cm. 8,7 cm stehen auf der einen Seite über, 10 cm Zoll auf der anderen. Insgesamt ist der Zug 134,6 cm lang. Tatsächlich war der Zug 52 Zoll (132 cm) lang. Wenn man also ein wenig großzügig rechnet kommt man zu einem guten Ergebnis.

Es folgen ein paar nützliche Durchmesser und korrespondierende Längen in Zentimeter und Metern.

Durchmesser der Windung Länge pro Windung
8 cm 25 cm
9,6 cm 30 cm
12,8 cm 40 cm
15,9 cm 50 cm
25 cm 75 cm
32 cm 1 m

Siehe auch

Dies ist nicht der einzige Artikel, der sich mit Messungen beschäftigt. Andere Artikel liefern ebenfalls wertvolle Informationen:

Quelle

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Trick Measurement Techniques von der Website Sheldon Browns. Originalautor des Artikels ist John Allen.