Wartung englischer Drei-Gang-Fahrräder

Aus WikiPedalia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Zwischen den 1930er und 1960er Jahren waren die englischen Drei-Gang-Fahrräder in eingen Aspekten das Optimum bei der durch Menschenkraft angetriebenen Transportmitteln. Sie entstammten einer vibrierend aktiven Clubkultur, die so nie wieder gleichwertig zustande kam. Das Fahrrad stellte eine beispiellose individuelle Mobilität für die britische Arbeiterklasse zur Verfügung. Die Fahrradindustrie, deren Mittelpunkt bei den enormen Raleigh-Fabrikationsstätten in Nottingham lag, war eine der wichtigsten des ganzen Landes. Die Arbeiter, die diese Fahrräder zusamenbauten, fuhren mit den gleichen Modellen auch zur Arbeit.

Werbung:

Roadster, Sport or Clubfahrrad?

Englische Drei-Gang-Fahrräder können lose in drei Gruppen aufgeteilt werden:

Roadster

Der Roadster ist ein klassisches Fahrrad, das überwiegend auf den flachen Land beliebt war. Diese Fahrräder haben zumeist 37-635 (28" x 1 1/2") Reifen mit Westwood-Felgen, Stangenbremsen, Kettenkasten und enge Rahmenwinkel.

Sheldon Browns 1954er Superbe Roadster

Roadster waren vor Allem auf Haltbarkeit ausgelegt. Sie mussten mit dreckigen Straßen, Pflastersteinen und unasphaltierten Fußwegen mit möglichst wenig Wartungsaufwand zurechtkommen. Es wurde kein ernsthafter Versuch unternommen, mittels Design oder Konstruktionsänderungen Gewicht zu sparen. Oft werden sie als Fahrzeuge für Polizisten oder ländliche Postboten dargestellt.

Roadster waren in den USA nie sonderlich beliebt, sind dort aber nicht wirklich selten. Die meisten in die USA importierten Roadster haben allerdings keinen Kettenkasten, weil die Zollbehörden besonders hohe Zölle auf Fahrräder mit einem Gewicht über 40 Pfund erhoben. Sie sind aktuell vorherrschend in Asien und Holland (daher auch die Deutsche Bezeichnung Hollandrad).

Sport

Sport- oder "Light Roadster"-Fahrräder waren das Basistransportmittel der städtischen Arbeiterklasse. Sie besaßen 590mm (26 x 1 3/8") Laufräder mit Endrick- oder Raleigh-Felgen, hatte Stahlschutzbleche, North Road Lenker und zuggesteuerte Bremsen. Sport-Fahrräder hatten eine etwas agilere Rahmengeometrie mit typischerweise 72° Rahmenwinkeln. Sie waren schneller und leichter als Roadster. Die meisten englischen Fahrräder, die in die USA exportiert wurden, fielen unter diese Kategorie.

Raleigh Felge
North Road Lenker

In enigen Teilen der USA war dieser Typ Fahrrad be vielen Leuten, die es nicht besser wussten als "Englische Rennräder" bekannt, obwohl sie nicht annähernd irgendwelche Merkmale eines Rennrads tragen. Daher ist es dumm und ignorant sie so zu nennen.

Einige der hochwertigeren Modelle wie das Raleigh Superbe hatten besondere Austattungsmerkmale. Sie hatten verriegelbare Gabeln, Dynohub Generatoren, hochwertige gefederte Ledersättel usw.

Auf beiden Seiten des Atlantiks wurden sie neben Nutz- und Transpportaufgaben ausgiebig für Touren- und Fahrradcamping eingesetzt.

Clubfahrrad

Clubfahrräder waren die Elite- und Hochleistungsmaschinen Ihrer Zeit und ihrem Platz. Sie wurden so genannt, weil diese Art von Fahrrad bei Mitgliedern von aktiven Fahrradclubs sehr beliebt waren. Die ärmeren, weniger leistungsorientierten Clubmitgliedern fuhren eher Sport-Fahrräder. Jedoch der harte Kern der Clubmänner hatte echte Clubfahrräder.

Typischerweise hatte ein Clubfahrrad Reynolds 531 Rahmenrohre, einen flachen ungefederten Sattel, einen umgedrehten North Road Lenker (oder Dropbars), stählerne Rattenfallenpedale mit Pedalhaken und 597 mm (26" x 1 1/4") bzw. 630 mm (27" x 1 1/4") Laufräder. Soger weniger hochpreisige Modelle hatten Stahlfelgen, die - wie man damals glaubte - den Aluminium-felgen überlegen waren. Die stählernen Dunlop Special Lightweight Felgen, die bei besseren Clubfahrrädern verbaut waren, waren in Preis und Leistung heutigen Aluminiumfelgen ebenbürtig.

Clubfahrräder hatten wahrscheinlich etwas exotischere Sturmey-Archer Naben verbaut. Zumeist waren Drei- oder Viergang-Modelle mittlerer oder enger Bandbreiter. Ganz seltene Modelle waren sogar mit der seltenen ASC Dreigang-Fixed-Gear-Nabe ausgestattet.

Viele Clubfahrräder waren Eingangfahrräder, mit einer Flip-Flop-Nabe, die einem Freilauf auf der einen und einer Fixed-Gear auf der anderen Seite hatte. Mit Beginn der 1950er Jahre wurden auch Schaltwerke auf diesem Fahrradtyp eingesetzt.

Obwohl diese Fahrräder für schnelle Gruppenausfahrten mit den Clubkameraden vorgesehen waren, wurden sie natürlich auch häufig für ernsthafte Touren und Zeitfahren eingesetzt.

Wartung englischer Drei-Gang-Fahrräder

Viele jüngere Mechaniker sind nicht mit den Eigenheiten von Drei-Gang-Fahrrädern Englischer Herkunft vertraut. Nichtsdestotrotz sind immer noch sehr viel von ihnen auf der Straße unterwegs, weil Sie langlebig sind. Sie werden also gelegentlich immer noch zur Wartung in einem Fahrradgeschäft auftauchen. Ein vielseitiger Fahrradnmechaniker sollte sich auch mit diesen Fahrrädern auskennen.

Sie sind tatsächlich sehr einfach zu warten, aber man sollte die Mucken kennen.

Schlüssel

Der französische Ausdruck für Rollgabelschlüssel ist "clé anglaise" oder "Engländer". Es gibt einen guten Grund dafür, weil ältere britische Maschinen einen anderen Standard benutzten, der nach Whitworth für Schlüsselgrößen und Schraubenköpfe benannt war. Einige dieser Größen sind sehr nah an metrischen oder SAE Größen, so dass man seine normalen Werkzeuge benutzen kann. Jedoch wird man manchmal nicht um die Verwendung eines Rollgabelschlüssels herumkommen.

Raleigh vs. Britischer Standard

Identifikation

Bevor man mit der Arbeit an englischen Dreigangfahrrädern (oder mittelklassigen 10 Gang Fahrrädern) beginnt, sollte man sich über den Hersteller klar werden. Bis 1962 hatten Raleigh und ihre Muttergesellschaft Tube Investments (TI hat Raleight 1960 gekauft) die meisten kleineren englischen Hersteller aufgekauft. In der enormen Nottinghamer Fabrik bauten sie Fahrräder verschiedenster Marken. Es ist wichtig zu wissen, ob ein Fahrrad von Raleigh gebaut wurde, weil sie nach Raleigh Maßen gebaut wurden und andere Hersteller bauten nach den britischen Standarddimensionen.

Inbesonderes Augenmerk ist auf Steuersätze und Innenlager zu legen. Nicht-Raleigh Fahrräder haben BSC-Standardteile verbaut, die leicht verfügbar sind. Raleigh hatte hier seine einzigartigen 26 TPI Gewinde-Teile, die mit nichts anderem Austauschbar sind. Das ist inbesondere ein Problem, wenn man die Gabel an einem Raleigh-Fahrrad tauschen möchte, weil man dann auch den Steuersatz in einem mit tauschen muss, wenn man keine 26 TPI Gabel zur Hand hat. Glücklicherweise sind die Einpressdimensionen für beide Systeme die gleichen.

Falls Du nicht mit Kurbeln mit Splintbefestigung zufrieden bist und einen Nottingham Raleigh Rahmen mit Kurbeln ohne Splintbefestigung aufrüsten möchtest, musst Du die alten Lagerschalen wiederverwenden, außer die wechselst auf ein Phil Wood Innenlager oder Velo-Orange gewindeloses Innenlager. Die Innenmaße einer Raleigh-Lagerschale sind etwas geringer als der Standard. Viele Innenlagerachsen werden nicht passen, wenn man nicht die 1/4" Lagerkugeln gegen 15/64" oder 6mm Lagerkugeln tauscht. Innenlagerachsen nach JIS-Standard, die Muttern oder Bolzen verwenden, um die Kurbel zu befestigen können normalerweise auch mit den 1/4" Lagerkugeln verwendet werden. Diese Achsen tragen eine Stempel-Code wie S-5. Wegen der breiteren Tretlagergehäuse bei Raleighs benötigt man eine 5er oder 7er Serie JIS-Achse.

Alternativ kann man auch das Gewinde für das Innenlager auf den BSC Standard (24 TPI) neu schneiden. Dies wird jedoch das Gewinde schwächen.

Siehe auch

Raleigh Vorderradnaben

Die meisten Vorderräder können ohne Rücksicht darauf eingebaut werden, wo links und rechts ist. Das ist bei Raleigh Drei-Gang-Rädern anders. Deren vordere Naben haben normalerweise keine zwei selbstsichernde Muttern. Stattdessen haben sie einen Konus mit Schlüsselflächen (den einstellbaren Konus) und einen runden Konus, an dem man keinen Schlüssel ansetzen kann. Dieser nicht einstellbare Konus wird ganz bis auf die Achse bis zum Ende des Gewindegangs geschraubt. An der Achse ist dafür eine erhabene Schulter vorgesehen. Alle Einstellungen müssen also mit dem einstellbaren Konus vorgenommen werden. Der fixe Konus muss auf der rechten Seite des Fahrrads sein und der einstellbare links. Auf der linken Seite verhindert die Achsenmutter, dass sich der Konus lösen kann. Wenn das Laufrad veresehentlich andersherum montiert wird, kann sich der Konus selbst lösen und die Nabe kann beschädigt werden.

Bis 1952 hatten die Dynohub Generatorenachsen die Einstellmöglichkeit links. Neuere Dynohubs haben diese auf der rechten Seite. Achtung: Unsachverständiges auseinanderbauen eines Dynohubs schwächt den Magneten beträchtlich.

Raleigh Fahrräder haben ein ungewöhnliches Laufradsicherungs-Konzept. Der Achsauschnitt an der Gabel ist schlüssellochförmig. Ältere Naben haben spezielle Achsmuttern und Unterlegscheiben. Spätere Naben haben eine erhabene Schulter auf dem Konus, die in die runde Ausparung des Achsausschnitts an der Gabel passt. Daher muss man die Gabelscheiden etwas auseinanderbiegen, um das Laufrad aus- oder einzubauen. Das ist die verbreitetste Konstruktion.

Siehe auch

Wie man Raleighs von anderen unterscheidet

Dropf-raleigh-rect.png

Der einfachste Weg Fahrräder aus der Raleigh-Produktion zu erkennen, ist es, sich das hintere Ausfallende anzuschauen. Fast alle Fahrräder mit Raleigh-Gewinden haben die hintere Öse für das Schutzblechgestänge hinter der Achse statt darüber. Das trifft allerdings nicht für Roadster zu, die im allgemeinen keine Ausfallenden oder Schutzblechösen haben.

Die meisten Raleighs haben ein Sattelstützenmaß von 1 Zoll (25,4 mm). Andere britische Dreigangfahrräder haben zumeist ein Sattelstützenmaß von 1 1/16 Zoll (27.0 mm).

siehe auch

Sturmey-Archer Getriebenaben

Asc300-400.jpeg

Fast alle Englischen Drei-Gang-Fahrräder haben Sturmey-Archer Hinterradnaben. Sturmey Archer war ein Tochterunternehmen von Raleigh und hatte seit 1902 verschiedenste Modelle hergestellt und waren bis Oktober 2000 im Geschäft. Die Firma wurde an eine Gruppe von Heuschrecken verkauft, die glaubten, ein paar schnelle Dollar durch den Verkauf der Anlagen zu erzielen. Die Taiwanesische Firma Sunrace kaufte den Maschinenpark, Lagerbestände und die Namensrechte und brachte das Geschäft wieder ans Laufen.

Die meisten älteren Sturmey-Archer Naben tragen einen zwei- oder dreistelligen Buchstabencode, den üblicherweise auf dem Nabenkörper eingestanzt sind. Bequemerweise ist Monat und die letzten zwei Stellen des Jahrs ebenfalls eingestanzt. Das ist der einfachste Weg, das Herstellungsjahr eines englischen Drei-Gang-Fahrrads zu bestimmen, wenn es noch das Original-Laufrad besitzt.

Sturmey-Archer Modelle

Ursprünglich hatte Sheldon Brown an dieser Stelle eine lange Auflistung von Sturmey-Archer Naben im Artikel eingestreut. Dies Auflistung befindet sich nun auf eigenen Seiten. Diese beinhalten eine Menge Links auf Seiten mit weitergehenden Informationen und Wartungsanleitungen für neuere und ältere Drei-, Vier-, Fünf- Sieben- und Acht-Gang-Naben. Viele ältere Drei-Gang-Räder haben eine unvernünftig hohe Gangspreizung. Auf diesen Seiten wird neben anderen Dingen erklärt, wie man das Problem beheben kann.

Bitte lies auch diese Seiten

Bremsen

Die meisten englischen Drei-Gang-Fahrräder haben Zangenbremsen, die etwas anders justiert werden als konventionelle Seitenzugbremsen. Sie haben gewöhnlicherweise an der zentralen Befestigungsschraube einen Schlitz, in den ein Flachkopfschraubendreher passt. Je nach Marke wird dieser unterschiedlich genutzt.

Raleigh Bremsen

Ra-brake-solder.jpeg

Ältere Raleigh-Bremsen können anhand der speziellen Züge identifiziert werden, die sie benötigen. Diese Züge benötigen keine Zuganschläge. Stattdessen haben sie gelötete Muffen an beiden Zugenden. Ersatzzüge wurden mit Zugeinstellschrauben ausgeliefert. Wenn man nun die alten Züge tauschen wollte, musste man zuerst die Mutter entfernen, die die bisherige Zugeinstellschraube an der Bremszange befestigte, entfernen und dann das ganze System tauschen. Es gab drei verschiedene Varianten dieser Züge: "Vorne", "Männlich hinten" und "Weiblich hinten". Die Variante "weiblich hinten" war länger und die Zugeinstellschraube war in die andere Richtung ausgerichtet. Wer viel Glück hat, findet heutzutage noch ein Exemplar zum Tauschen.

Jedes Mal, wenn man ein "Weiblich hinten" Dreigang-Fahrrad wartet, sollte man ein paar Tropefn Öl von unten in die Zughülle der Zugeinstellschraube der hinteren Zangenbremse geben und den Bremshebel ein paar mal bewegen, damit sich das Öl einarbeitet. Die untere Schleife der Zughülle ist nach oben offen gegenüber den Naturgewalten und kann sich mit Wasser füllen. Wenn das System hier nicht gut gölt wird, kann es rosten.

Die mittlere Schraube der Raleigh-Bremsen sind nicht verstellbar. Der Federblock hat eine Schulter, die gerade so die richtige Länge hat, dass die Zangen der Bremse sich frei bewegen können. Der Federblock hat ein einfaches Loch ohne Gewinde. Daher ist es gleich, ob man die Schraue mit dem Schraubendreher oder an der gegenüberliegenden Mutter am Fahrrad befestigt.

"Phillips-Typ" Bremsen

"Phillips-Typ" Bremsen haben konventionelle Zuganschläge und reguläre Züge mit einem Ende. Anders als die "Raleigh-Typ"-Zangenbremsen ist hier die mittlere Schraube zum Einstellen der Bremse vorgesehen. Hier ähneln sie den Shimano Seitenzugbremsen. Beim Drehen der Schraube mit dem Schraubendreher, wird der Bewegungsspielraum der Zangen verändert. Anders als bei den Shimanobremsen gibt es allerdings keine separate Gegenmutter, so dass die gleiche Mutter, die die Bremse am Fahrrad hält gleichzeitig als Gegenmutter agiert.

Die Raleigh- und die Phillips-Typ-Bremse haben jeweils eine Unterlegscheibe aus Fiberfasern zwischen den beiden Zangen um die mittlere Schraube. Diese sollte von Zeit zu Zeit mit einem Tropfen Öl bedacht werden.

Reifen

Es ist wichtig zu wissen, dass die 26 Zoll Reifen von englischen Dreigangfahrrädern nicht mit den 26 Zoll reifen von Mountainbikes austauschbar sind. Die meisten dieser ENgländer haben 26 X 1 3/8 Zoll Reifen. Diese haben einen Reifeninnendurchmesser von ISO 590 mm und man kann sie auch nur gegen andere Reifen der Größenbezeichnung 26 X 1 3/8 Zoll tauschen. Manchnal wird die Reifengröße auch als "E.A.3" bezeichnet. Selten trifft man auch auf ein "high performance" Modell, das Reifen der Größe 26 X 1 1/4 Zoll (E.A.1 bzw. ISO 597mm Reifeninnendurchmesser) hat.

Ältere Schwinn Dreigangräder hatten 597 mm Reifen der Bezeichnung 26 X 1 3/8 Zoll, die als "S-6" gekennzeichnet waren. Jedoch sind diese Schwinn S-6 Reifen nicht mit den E.A.3 Reifen austauschbar. Überraschenderweise haben die Schwinn reifen einen Reifeninnendurchmesser von 597 mm, die wiederum mit den E.A.1 Reifen austauschbar sind. Older Schwinn 3-speeds used a 597 mm tire marked "26 X 1 3/8", also referred to as S-6. Schwinn 26 X 1 3/8 (S-6) tires are NOT interchangeable with English 26 X 1 3/8 (E.A.3).

Bei manchen Drei-Gang-Roadstern mit Zuggestängebremse findet man 28 X 1 1/2 Zoll (635 mm Reifeninnendurchmesser) Reifen, die wiederum eine einzigartige Reifengröße für sich alleine bilden. Diese sollten nicht mit 700C (622 mm) Reifen verwechselt werden, die manchmal als 28 Zoll Reifen bezeichnet werden.

Siehe auch

Marken

Raleigh, Rudge & Humber

Kettenblatt eines Rudge Modells

Diese drei Marken waren die Kernmarken von Raliegh Industries und waren von vergleichbarer Qualität. die 26 Zoll Modelle hatten Raleigh-Felgen und Brooks Ledersättel. Mit diesen separaten Markenlinien konnte Raleigh exklusive Territorien für lokale Fahrradhändler abstecken, ohne dass sich deren Bereiche überschnitten. Die Rahmen waren generell identisch, hatten jedoch kleine kosmetische Eigenheiten. Insbesondere unterschieden sie sich in der Konstruktion der Gabel und den Mustern der Aulässe der Kettenkästen.

  • Die Raleigh Modelle hatten eine Gabel mit "Grübchen", die eine rohrformige Gabelkrone und verchromte Knöpfe an den Enden der Gabelkrone hatte. Das Raleigh Logo zeigt Sir Walter Raleigh, der seinen Umhang auf eine Matschpfütze am Boden ausbreitet, damit Queen Eluzabeth nicht Ihr Schuhe befleckt. Andere Raleigh Logos zeigen aus unbekannten Gründen einen Reiher.
  • Die Rudge Modelle haben eine abfallende Gabelkrone, bei der die Chromverzierung abgenommen werden kann. Das Rudge logo zeigt eine menschliche Hand und die Kettenblätter waren auch entsprechend konstruiert.
    Rudge hatte Verbindungen zu Whitworth. Deswegen werden die Fahrräder auch unter dem Namen "Rudge-Whitwoth" gehandelt.
  • Humber Modelle haben oft ein bizarres Gabeldesign, bei der obere Teil der Gabelscheide jeweils aus zwei Rohren geringeren Durchmessers besteht, die hintereinander angeordnet sind und sich etwa in der Mitte der Gabel zu einem Rohr vereinigen.
    Humber Kettenblätter zeigen fünf kleine Leute, die im Kreis laufen. Ihre Füße zeigen jeweils nach Außen und Ihre Hände vereinigen sich in der Mitte.
    Humber war auch ein Automobilzulieferer. Sheldon Brown glaubte jedoch zu wissen, dass die Fahrradabteilung zu Beginn des 20. Jahrhunderts abgespalten wurde.
    Der "Humber" ist auch ein Gewässer an der Ostküste Englands.

Armstrong

In der Regel eher einfache Raleigh Modelle.

B.S.A.

B.S.A. (Birmingham Small Arms) war ein wichtiger unabhängiger Hersteller bis die Fahrradabteilung 1957 an Raleigh veräußert wurde. Ursprünglich war B.S.A. ein Rüstungszulieferbetrieb. daher schücken das Logo des Unternehmens drei Miltärgewehre, die zu einem Tripod zusammengestelt sind.

Von B.S.A. stammen ursprünglich die Gewinde- und Rahmenmaße, die später BSC und relativ aktuell in der ISO aufgegangen sind.

B.S.A. war ebenfalls ein bekannter Hersteller von Motorrädern.

British Cycle Corporation

British Cycle Corporation ist ein Konglomerat von Philips, Hercules, Norman und Sun. Sie sind ein Tochterunternehmen von TI. Die BCC Marken wurden in den 1960ern mit denen von Raleigh zusammengeführt, als Raleigh gekauft wurde.

C.W.S.-Silver Dawn

C.W.S. Silver Dawn ist ein unabhängiger Hersteller. "C.W.S." steht für "Cycle Wholesalers Service". (Zu Deutsch etwa: Dienstleistungen für Fahrradgroßhändler)

Dawes

EIn unabhängiger Hersteller, der immer noch im Geschäft ist.

Derby

Ein großer multinationaler Konzern, der in Kent, Washington (USA) sitzt. Er hat 1987 Raleigh von TI gekauft. Derby gehört zudem Raleigh USA (ein von Raleigh Industries unabhängiges Unternehmen), Kalkhoff, Nishiki, Univega, Haro, Cycle Pro und Diamondback.

Dunelt

DuneIt war eine Marke aus der zweiten Reihe. Viele DuneIts hatten Gabeln, die der Gebel mit Grübchen der Raleighs ähnelten, jedoch hatten sie eine abgeflachte Oberseite.

Elswick/Hopper

Ein unabhängiger Hersteller.

Siehe auch

Fleetwing

Die Hausmarke der aus Boston stammenden Kaufhauskette "Jordan Marsh".

Gazelle

Eine Marke, die 1938 von Raleigh eingeführt wurde. Sie wurde zum bekanntesten Namen der Raleigh-Niederlassung in den Niederlanden.

Glider

Die Hausmarke der kanadischen Kaufhauskette "Eaton's".

Hercules

Eine Abteilung von B.C.C., bis sie mit Raleigh im Rahmen der Übernahme durch TI 1960 zusammengeführt wurde. Hercules war ein Hauptkonkurrent von Raleigh, deren Schwerpunkt bei sportlichen Fahrrädern lag. Sie sponsorten bekannte Rennradfahrer wie Ken Joy und Eileen Sheridan. Hercules produziert eigene Drei-Gang-Schaltungsnaben, die quasi identisch zu den alten Sturmey-Archer AW waren. Hercules baute weiterhin Mitnehmer mit Gewinde lange nachdem Sturmey-Archer sich davon verabschiedet hatte.

Bei Raleigh gebaute "AMF-Hercules" Modelle sind in den USA sehr verbreitet. Sie wurden durch AMF (American Machine & Foundry) vertrieben.

Huffy

Obwohl Huffy eher für einfache Kaufhausketten-Fahrräder bekannt ist, haben Sie Fahrräder aus Raleigh-Produktion in den 1960er jahren unter ihrem eigenen Namen verkauft. Huffy war der erste Importeur von Moulton Fahrrädern in die USA.

New Hudson

New Hudson war eine Abteilung von B.S.A. bis sie 1957 von Raleigh abosbiert wurden.

Norman

Eine Abteilung von B.C.C., bis sie mit Raleigh im Rahmen der Übernahme durch TI 1960 zusammengeführt wurde. Norman Fahrräder hatten dekorative Kettenblätter, in denen die Speichen normannische Krieger darstellten.

Phillips

Eine Abteilung von B.C.C., bis sie mit Raleigh im Rahmen der Übernahme durch TI 1960 zusammengeführt wurde. Von Raleigh gebaute Phillips-Fahrräder waren eher am unteren Ende der Qualitätsskala angesiedelt.

Phillips-Fahrräder aus Birmingham hatten oft das Wort "Phillips" prominent als Ausfräsungen im Kettenblatt platziert.

Robin Hood

Eine mittelmäßige Marke, die der Vorgänger von Gazelle war.

Siehe auch

Royal Scot

A house brand, I believe of a major New York City bike shop.

Sun

Eine Abteilung von B.C.C., bis sie mit Raleigh im Rahmen der Übernahme durch TI 1960 zusammengeführt wurde.

Sunbeam

New Hudson war eine Abteilung von B.S.A. bis sie 1957 von Raleigh abosbiert wurden.

Three Spires

Wurde 1954 von Raleigh übernommen.

Tube Investments (TI)

Dieses große Konglomerat ist die Mutterfirma von B.C.C.. Sie haben Raleigh Industries 1960 gekauft und führten Raleigh mit den B.C.C. Marken Phillips, Hercules, Norman und Sun zusammen.

Triumph

Triumph war eine Marke der zweiten Reihe. Raleigh hat 1954 die Rechte am Namen für den Fahrradbau von der "Triumph Motorcycles Ltd." erworben. Es gibt allerdings keine Verbindung zur Automobilmarke Triumph.

Das sind echte Fahrräder!

Lächele nicht spöttisch über diese alten Drei-Gang-Fahrräder. Das sind ernsthafte Fahrräder, die für den ernsthaften Einsatz gebaut sind. Sie sind für nützlich denkenden Fahrradfahrer gebaut und sind immer noch sehr passend für Fahrradfahrer, die nicht mehr als ein paar Kilometer Aktionsradius haben. Sie sind im Stadtverkehr zuhause, weil sie auch im Stand geschaltet werden können. Ihr Erbe aus Englischer Zeit sind Schutzbleche, Ölschmierung und ein komplett gekapseltes Gangschaltungssystem, das sie recht unbeeinflsst von feuchten Bedninungen lässt. Sie könne durchaus schwer sein, weil sie günstig hergestellt wurden. Aber sie waren auf lange Lebensdauer ausgelegt, wobei sie extrem ruppigen Umgang und Vernachlässigung aushalten sollten. Wenn sie gut gepflegt werden, werden sie uns alle überleben.

Siehe auch

Quelle

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Servicing English Three Speeds von der Website Sheldon Browns. Originalautor des Artikels ist Sheldon Brown.